Wortwechsel mit Esthaem

Esthaem | Wortwechsel

Einige deiner Fotografien werden mittlerweile in Städten wie London oder Singapur gezeigt. Was waren deine ersten Berührungen und Erfahrungen mit der Fotografie bzw. -kunst? 

Mein Zugang zur Fotografie hat sich im Kern eigentlich kaum geändert. Angefangen habe ich mit Selbstportraits, die auch heute noch einen wichtigen Teil meiner Arbeit ausmachen. Ich versuche der Frage nachzugehen, ob die Fotografie es ermöglicht, Personen „wirklich“ darzustellen – und noch immer konnte ich keine Antwort darauf finden. Ich begann mit ungefähr 18 Jahren das „Hobby“ ernst zu nehmen, also genau zu einer Zeit, in der wahrscheinlich viele in einer Identitätskrise stecken. Wenngleich seitdem schon einiges an Zeit verstrichen ist, bildet die Frage nach der (eigenen) Identität noch immer den Kern meines fotografischen Schaffens. Mit dem künstlerischen Zugang kam ich das erste Mal richtig im Zuge meines Studiums in Berührung. Anfangs war mein Blick noch sehr eingeengt, mittlerweile bin ich viel offener geworden und kann Kunst anerkennen, selbst wenn sie mir persönlich nicht zusagt.

Der Großteil deiner Werke zeigt menschliche Körper in schwarz-weiß. Was ist die Intension dahinter? Hast du eine komplizierte Beziehung zu Farben?

Es gibt mehrere Gründe, warum ich den (nackten) menschlichen Körper zeige. Durch einen bestimmten Kleidungsstil lassen sich Fotografien sofort zeitlich einordnen. Kleidung verkleidet Menschen zum Teil bzw. lenkt ab. Dass ich vorrangig monochrom arbeite liegt (unter anderem) auch daran, dass ich meist analog fotografiere. Das Entwickeln von Farbfilmen ist mir bis jetzt leider nie zu meiner Zufriedenheit gelungen und mit den Ergebnissen aus diversen Fotolaboren war ich nie wirklich zufrieden. Schwarz-Weiß-Filme kann ich ohne Probleme in meinem eigenen Badezimmer entwickeln, sowie später in der Dunkelkammer vergrößern.

Eine ganz pragmatische Frage: Entstehen deine Fotografien eher so, dass du einfach in bestimmten Momenten zur Kamera greifst oder wird da ein aufwändiges Set aufgebaut und die gewünschte Lichtstimmung erzeugt?

Ein aufwändiges Set habe ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nie aufgebaut, was aber eher an meinen finanziellen Mitteln als an fehlendem Interesse liegt. Ich arbeite fast ausschließlich mit natürlichem Licht, also bin ich da – bis zu einem gewissen Grad – immer abhängig von der Lichtstimmung, die gerade herrscht. Es kam jedoch auch schon öfters vor, dass ich und das Modell mehrere Stunden auf das „richtige“ Licht gewartet haben. Viele meiner Arbeiten entstehen spontan. Zu Beginn steht aber immer der Drang, etwas Neues zu erschaffen.

Wenn dich ein befreundetes Paar fragen und bitten würde, ob du deren Hochzeit bildlich festhältst – was wäre deine Antwort?

Obwohl für mich von Anfang an klar war, dass ich mit meiner Fotografie keine Dienstleistung anbieten möchte, habe ich mir vorgenommen, alles zumindest einmal auszuprobieren. Würde mich also ein Paar fragen, ob ich deren Hochzeit festhalten möchte, würde ich höchstwahrscheinlich ja sagen.


INFO+LINKSWebseite / Facebook / Flickr / Instagram / Flickrock / Tumblr / Bildquelle: ©Esthaem


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